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Koffein
Koffein ist der wohl bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees. Es handelt sich bei dem Koffein um eine natürliche Substanz der Kaffeebohne, die bei der Photosynthese der Kaffeepflanze entsteht. Chemisch gesehen gehört das Koffein zu den stickstoffhaltigen Verbindungen, den sogenannten Alkaloiden. In hohen Dosen sind diese Stoffe giftig, in Maßen dosiert, regen sie Herz und zentrales Nervensystem an.
Koffein kommt in vielen Pflanzen vor. Hauptlieferanten sind neben dem Kaffeestrauch, der Teestrauch, die Schlingpflanze Guarana und die Kolanuss. Außerdem ist Koffein auch in den Samen der Kakaopflanze enthalten. Wegen seiner anregenden Wirkung wird Koffein häufig verschiedenen Erfrischungsgetränken zugefügt.
Koffein ist ebenfalls Bestandteil von Arzneimitteln, vor allem Kopfschmerz- und Migränetabletten. Es bewirkt in vielen Fällen eine verbesserte Aufnahme der Wirkstoffe und wirkt selbst schmerzlindernd.
Eine Tasse Filterkaffee enthält - je nach Zubereitungsart - fünfzig bis einhundertzwanzig Milligramm Koffein. Die verschiedenen Koffeinmengen von einigen Getränken und Lebensmittel sehen Sie hier im Vergleich:
| Getränk/Lebensmittel |
Menge in ml |
Koffeingehalt in mg |
| Kaffee |
150 |
50-100 |
|
Schwarzer Tee |
150 |
25-90 |
|
Kakao |
150 |
2-20 |
|
Milchschokolade |
100 |
3-35 |
|
koffeinhaltige Erfrischungsgetränke |
330 |
35-80 |
Koffein erhöht die Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, verbessert das Kurzzeitgedächtnis, wirkt aufmunternd und erhöht die physikalische Leistungsfähigkeit. Das im Kaffee enthaltene Koffein wird schnell vom Dünndarm und zum Teil auch schon vom Magen resorbiert (aufgenommen). Es wirkt dadurch schneller als zum Beispiel das Koffein aus schwarzem Tee, bei dem es an Gerbsäure gebunden ist. Die anregende Wirkung setzt ungefähr nach zwanzig Minuten ein, die höchste Konzentration im Blut liegt nach eineinhalb Stunden vor. Anschließend wird das Koffein im Körper nach und nach abgebaut. Nicht alle Kaffeetrinker wünschen oder vertragen immer die anregende Wirkung des Kaffees. Damit auch diese Verbraucher ihren Kaffee unbeschwert genießen können, gibt es entkoffeinierten Kaffee. Das in den Rohkaffeebohnen enthaltene Koffein wird herausgelöst. Dafür werden verschiedene Verfahren angewendet, wobei zum Beispiel Wasser und organische Extraktionsmittel oder Kohlensäure eingesetzt werden. Der technisch nicht vermeidbare geringfügige Restkoffeingehalt darf laut Gesetzgeber die Höchstgrenze von 0,1 Prozent nicht überschreiten.
Wie schnell, stark und lange das Koffein wirkt, ist aber auch von individuellen Faktoren wie zum Beispiel Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Größe, abhängig.
Frage 1: Ich kann nach dem Genuß von Kaffee schlecht schlafen, liegt das am Koffein?
Frage 2: Kann man von Koffein süchtig werden?
Frage 3: Kann das Koffein meine geistige Leistungsfähigkeit steigern?
Frage 4: Kann das Koffein aus dem Kaffee die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen?
Frage 5: Kann Kaffee mich aufmuntern, wenn ich müde und lustlos bin?
Frage 6: Ich habe das Gefühl, dass Kaffee mich eher müde, als munter macht. Wie kann das sein?
Frage 7: Was passiert, wenn ich zu viel Kaffee trinke?
Frage 8: Wie unterscheidet sich der Koffeingehalt bei den unterschiedlichen Zubereitungsmethoden für Kaffee?
Frage 9: Sollten Sportler auf Kaffee verzichten oder ist er für diese sogar von positiver Bedeutung?
Frage 10: Wie lange ist die Wirkung des Coffeins im Körper nach z.B. 1 Tasse Kaffe und kann hierdurch die Herzfrequenz für einen gewissen Zeitraum beeinflusst werden?
Frage 11: Welcher Kaffee ist besser für den Körper, koffeinhaltiger oder koffeinfreier Kaffee?
Antwort zu Frage Nr. 1: Ich kann nach dem Genuß von Kaffee schlecht schlafen, liegt das am Koffein? Das Koffein kann durch seine anregende, aufmunternde Wirkung bei einigen Menschen dazu führen, dass das Einschlafen länger dauert. Die eigentlichen Schlafphasen werden jedoch nicht beeinträchtigt. Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, leiden kaum an dieser Tatsache und einige Menschen können sogar besonders gut einschlafen, nachdem sie Kaffee getrunken haben. Das liegt vermutlich daran, dass das Gehirn und damit auch die Schlafzentren durch das Koffein besonders gut durchblutet werden. Einige Menschen empfinden aber auch die kurze Ermüdungsphase, die nach der Koffeinzufuhr vor der Anregungsphase kommt, besonders stark und nutzen diese zum Einschlafen.
Antwort zu Frage Nr. 2: Kann man von Koffein süchtig werden? Nein, von einer Sucht oder Abhängigkeit von Kaffee oder Koffein kann man nicht sprechen. Es gibt sicherlich einen Gewöhnungseffekt. Viele Menschen kommen ohne Ihre Tasse Kaffee am Morgen nicht in Schwung oder überstehen die Stunden nach dem Mittagessen ohne eine kleine „Koffeindosis“ nicht. Als Sucht können diese Gewohnheitseffekte jedoch nicht bezeichnet werden. Koffein spricht im Gehirn keine für Sucht bekannten Gehirnregionen an. Auch treten keine, für Alkohol oder andere Drogen, typischen Reaktionen (wie zum Beispiel antisoziales Verhalten oder Persönlichkeitsveränderungen) oder organischen Schäden auf. Kaffeetrinker müssen außerdem die Kaffeemenge nicht ständig erhöhen, um die anregende Wirkung zu erhalten. Trotzdem kann der Verzicht auf Kaffee bei Kaffeetrinkern anfangs Unbehagen auslösen was Menschen teilweise annehmen lässt, dass eine Abhängigkeit von Kaffee vorliegt .
Antwort zu Frage Nr. 3: Kann das Koffein meine geistige Leistungsfähigkeit steigern?
Ja, Koffein wirkt stimulierend und regt die geistige Leistungsfähigkeit an. Inwieweit sich das bewußt bemerkbar macht, ist aber auch von anderen Faktoren abhängig. Wenn sie eine langweilige Aufgabe lösen müssen und wenig motiviert sind, kann das Koffein aus ihrem Kaffee ihre Energie und Leistungsfähigkeit merklich erhöhen und ihnen helfen, das Beste aus der Situation zu machen. Arbeiten sie an einer faszinierenden Aufgabe und sind ohnehin schon motiviert, so ist der Level ihrer geistigen Leistungsfähigkeit hoch und der Kaffee wird diesen Zustand kaum weiter steigern können.
Antwort zu Frage Nr. 4: Kann das Koffein aus dem Kaffee die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen?
Ja, das Koffein im Kaffee hilft, dass aufgenommene Informationen besser verarbeitet werden und daher eine Reaktion schneller folgen kann. Innsbrucker Forscher haben in einer Studie festgestellt, dass Probanden, die an einem Gedächtnistest teilgenommen haben, nach der Gabe von Koffein, schnellere Reaktionszeiten hatten. Das Koffein steigert die Aktivität im Frontallappen und erhöht dadurch die Aufmerksamkeit und Konzentration. Probenden, die kein Koffein bekommen hatten, wiesen keine Veränderung dieser Gehirnregionen auf.
Antwort zu Frage Nr. 5: Kann Kaffee mich aufmuntern, wenn ich müde und lustlos bin?
Ja, das Koffein im Kaffee wirkt bis zu einem gewissen Grad aufmunternd und stimmungshebend. Zum Beispiel kommen Nachtarbeiter, wenn die innere Uhr auf Schlafen eingestellt ist, mit Kaffee häufig besser über die Runden. Viele Menschen fühlen sich nach dem Genuß von Kaffee munterer und frischer, wodurch sich auch die Antriebskraft erhöht. Interessant ist, dass hierfür nicht das Koffein selbst verantwortlich ist. Vielmehr hilft es, den ohnehin im Gehirn vorhandenen Stimulanzien, wie Glutamat, Dopamin, Serotonin und anderen "Wohlfühl-Hormonen", so genannten Endorphinen, freie Bahn zu verschaffen. Koffeinmoleküle sind ähnlich aufgebaut wie das körpereigene Hormon Adenosin, das entspannend auf den Organismus wirkt. Das Koffein blockiert die Adenosin-Rezeptoren und schwächt damit die Wirkung des Adenosin ab.
Antwort zu Frage Nr. 6: Ich habe das Gefühl, dass Kaffee mich eher müde, als munter macht. Wie kann das sein?
Ja, dieses Phänomen gibt es. Einerseits ist es so, dass der anregenden Wirkung des Koffeins (die erst nach circa zwanzig bis sechzig Minuten einsetzt) eine Ermüdungsphase voraus geht. Diese Ermüdungsphase wird von einigen Menschen viel stärker empfunden, als die anschließende aufmunternde Phase. Diese verzögerte Wirkung sollt im übrigen auch beim Autofahren einkalkuliert werden. Andererseits fördert Kaffee die Durchblutung des Gehirns, wodurch auch das Schlafzentrum aktiviert wird. Deswegen gibt es einige Menschen, für die Kaffee sogar als Schlummertrunk taugt.
Antwort zu Frage Nr. 7: Was passiert, wenn ich zu viel Kaffee trinke?
Wissenschaftler konnten eine paradox erscheinende Wirkung feststellen, wenn man eine hohe Koffeinkonzentration, die etwa zehn Tassen Kaffee entsprechen, zu sich nimmt: es kommt zu einer dämpfenden und ermüdenden Wirkung. Manche Menschen fühlen sich auch schon ab der fünften oder sechsten Tasse Kaffee eher müde und schlapp und klagen über Konzentrationsschwäche. Man vermutet, dass das Zuviel an Koffein ein Enzym im Gehirn (die Phosphodiesterase) blockiert und damit diesen Erschöpfungseffekt auslöst.
Antwort zu Frage Nr. 8: Wie unterscheidet sich der Koffeingehalt bei den unterschiedlichen Zubereitungsmethoden für Kaffee?
Die unterschiedlichen Koffeingehalte sehen sie in der folgenden Tabelle: Zubereitungsmethode | Kaffeemenge in ml | Koffeingehalt in mg Mittelwert | Koffeingehalt in mg Spanne |
|---|
Filterkaffee, handaufgebrüht | 150 | 115 | 60-180 | Filterkaffee, Kaffeemaschine | 150 | 80 | 40-170 | Löslicher Kaffee | 150 | 65 | 30-120 | Entkoffeinierter Kaffee | 150 | 3 | 2-5 | Espresso | 50 | 55 | 50-60 |
Antwort zu Frage Nr. 9: Sollten Sportler auf Kaffee verzichten oder ist er für diese sogar von positiver Bedeutung?
Nein, Sportler müssen nicht auf Kaffee verzichten. Es ist tatsächlich, wie Sie vermutet haben, in den meisten Fällen sogar von Vorteil. Schon 1978 hat sich eine erste Studie (Costill, D.L.) mit diesem Thema beschäftigt und konnte feststellen, dass 330 mg Koffein, circa eine Stunde vor einem Training (Fahrradergometer) eingenommen, die Ausdauer signifikant verlängert. Viele neuere Studien (siehe unten 1, 2 , 3) konnten diesen Effekt bestätigen. Durch Einnahme von Koffein, konnte die Ausdauerleistung um 30 - 120 Minuten verlängert werden. Dieses gilt insbesondere für Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Rudern und Tennis. Bei kurzer Belastung, mit hoher Intensität, war der Effekt weniger deutlich. Augrund dieser Ergebnisse hat das Olympische Comittee (IOC) im Januar 2001 Kaffee von der Liste verbotener Substanzen gestrichen. Früher hat man aufgrund der harntreibenden Wirkung von Koffein davon abgeraten, vor dem Sport Kaffee oder Tee zu trinken, jedoch konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass der harntreibende Effekt wesentlich geringer ist, als angenommen. Viel zu trinken ist natürlich bei sportlicher Leistung sehr wichtig, jedoch ist auch dieses kein Grud, auf Kaffee vor dem Sport zu verzichten. (1: Graham, T.E., Sports Medicine, 2001) (2: Bruce, C.R. Et al., Medicine and Sience in Sports and Exercise, 2000) (3: Anderson, M.E. Et al, International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 2000)
Antwort zu Frage Nr. 10: Wie lange ist die Wirkung des Coffeins im Körper nach z.B. 1 Tasse Kaffe und kann hierdurch die Herzfrequenz für einen gewissen Zeitraum beeinflusst werden?
Die Wirkung des Koffeins setzt nach ca. 20-40 Minuten ein, nach ungefähr 1,5 Stunden ist die maximale Konzentration im Blut erreicht. Danach wir das Koffein im Körper nach und nach abgebaut, was bis zu sechs Stunden und mehr dauern kann. Wie schnell, stark und lange das Koffein wirkt ist aber auch von individuellen Faktoren, wie zum Beispiel Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Größe, abhängig. Da Koffein die Muskeltätigkeit stimuliert, wird auch das Herz angeregt stärker zu pumpen.
Antwort zu Frage Nr. 11: Welcher Kaffee ist besser für den Körper, koffeinhaltiger oder koffeinfreier Kaffee? Grundsätzlich können beide Kaffeesorten völlig unbedenklich genossen werden. Koffeinfreier Kaffee enthält laut Gesetz höchstens 0,1 % Restkoffein, daher fällt die aufmunternde und anregende Wirkung weg. Die übrigen Inhaltsstoffe sind mit dem des koffeinhaltigen Kaffees identisch.
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