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Diabetes
Als Diabetes mellitus (lat. mellitus: mit Honig versüßt) oder auch Zuckerkrankheit, bezeichnet man verschiedene Formen von Glukose-Stoffwechselstörungen. Bei gesunden Menschen sorgt Insulin dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. Ist nicht genug Insulin vorhanden, kommt es zu krankhafter Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Es gibt zwei Formen von Diabetes: Diabetes Typ I und Diabetes Typ II. Bei der ersten Form der Erkrankung kommt es zu einer Erschöpfung der körpereigenen Insulinsekretion. Diese Krankheit ist oft genetisch bedingt und tritt meistens in jungem Lebensalter auf.
Bei einer Diabetes Typ II-Erkrankung wird zwar noch Insulin ausgeschüttet, die Körperzellen zeigen jedoch eine Resistenz gegen das Insulin. Die Folge ist, dass die Glukose nicht oder nicht ausreichend aufgenommen wird. Diese Krankheit tritt vor allem bei übergewichtigen Menschen in höherem Lebensalter auf.
Neuerdings erleben wir jedoch dieses Krankheitsbild auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. Im Jahr 2000 gab es in Europa ungefähr 16 Millionen Erkrankte, im Jahr 2010 werden es wahrscheinlich mehr als 23 Millionen sein. In Deutschland rechnet man derzeit mit mindestens sechs Millionen Erkrankten. Schon in wenigen Jahren werden es laut Schätzungen von Experten acht Millionen sein.
Es ist daher wenig erstaunlich, dass man intensiv nach Faktoren sucht, die diese Zivilisationskrankheit begrenzen würden. In diesem Zusammenhang wurde auch der Einfluss von Kaffee und Koffein in zahlreichen Studien untersucht. Vor allem die aktuelleren Studien weisen darauf hin, dass der regelmäßige Kaffeekonsum das Risiko für einen Typ-2-Diabetes reduzieren kann.
So kamen mehrere Studien in Europa, den USA und Japan zu dem Ergebnis, dass Menschen, die regelmäßig Kaffee tranken, ein bis zu fünfzig Prozent niedrigeres Risiko hatten, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als Menschen, die keinen Kaffee tranken. Dieser Effekt trat auch bei den Studien auf, bei denen auch koffeinfreier Kaffee in die Untersuchung mit einbezogen wurde. Daraus kann gefolgert werden, dass für die Risikoreduktion vermutlich nicht das Koffein, sondern ein anderer Inhaltsstoff des Kaffees verantwortlich ist.
Der exakte Wirkmechanismus für diesen Effekt muss noch weiter erforscht werden, es wird jedoch vermutet, dass zum einen die Stoffe Koffein und Theophyllin aus dem Kaffee eine Rolle spielen. Sie gelten nämlich als starke Stimulanzien für die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Zum Zweiten vermutet man eine hemmende Wirkung der Chlorogensäure auf ein glucosebildendes Enzym im Dünndarm. Die Hemmung dieses Enzyms ist eine bewährte Methode, einen erhöhten Blutzuckerspiegel oder eine Hyperglykämie zu kontrollieren.
Frage 1: Ich habe gehört, dass Kaffee das Diabetes Risiko verringern kann. Gilt das auch für entkoffeinierten Kaffee?
Frage 2: Kann ich es vermeiden an Diabetes zu erkranken, wenn ich regelmäßig Kaffee trinke?
Frage 3: Ich habe gehört, dass Diabetiker von Kaffee profitieren, inwiefern?
Frage 4: Wieviel Kaffee sollte man trinken um den schützenden Effekt in Bezug auf Diabetes zu erhalten?
Frage 5: Ich habe gelesen, dass Kaffee den Blutzuckerspiegel bei Diabetespatienten erhöhen kann. Sollte ich dann auf Kaffee verzichten?
Antwort zu Frage Nr. 1: Ich habe gehört, dass Kaffee das Diabetes Risiko verringern kann. Gilt das auch für entkoffeinierten Kaffee?
In einer Langzeitstudie in den USA, konnten die risikosenkenden Effekte des Kaffees auch bei entkoffeiniertem Kaffee festgestellt werden. Der Effekt ist jedoch geringer, als bei normalem Kaffee. Männer hatten ein um 25% geringeres Risiko an Diabetes zu erkranken und Frauen ein um 15% verringertes Risiko.
Antwort zu Frage Nr. 2: Kann ich es vermeiden an Diabetes zu erkranken, wenn ich regelmäßig Kaffee trinke?
Es gibt zunehmende Hinweise, dass regelmäßiger Kaffeekonsum, das Risiko an Typ II Diabetes zu erkranken, wesentlich verringern kann. Jedoch reicht der Kaffeekonsum alleine nicht aus, um diese Krankheit zu vermeiden. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das Körpergewicht und Ernährung, Bewegung und der sonstige Lebensstil spielen eine ebenso große Rolle und müssen bei der Vorsorge gegen Diabetes mit beachtet werden.
Antwort zu Frage Nr. 3: Ich habe gehört, dass Diabetiker von Kaffee profitieren, inwiefern?
Die Wirkung von Kaffee und Koffein auf bereits an Diabetes Erkrankte ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Zu einem positiven Ergebniss kam eine britisch-amerikanische Forschergruppe. In dieser Studie, konnten insulinpflichtige Diabetiker die Frühwarnzeichen für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) durch Koffein besser wahrnehmen. Bei den so genannten Hypoglykämien rutscht der Blutzuckerspiegel unter den kritischen Grenzwert von 50 Miligramm Zucker pro 100 Mililiter Blut. Zittern, Herzrasen, Schweißausbrüche, schneller Puls und Angst sind Anzeichen einer Unterzuckerung, der Krämpfe, Koordinationsstörungen, Verwirrtheit und eine tiefe, lebensbedrohliche Bewusstlosikeit folgen können. Viele Langzeit-Diabetiker entwickeln keine Frühwarnzeichen oder die Wahrnehmung der Frühsyptome ist gestört. Eine weitere Studie aus 2007 mit 10 Diabetiker, die Koffeinkapseln mit Koffeindosis vergleichbar mit vier Tassen Kaffee einnahmen, kam zu dem Ergebnis, dass dies den Glukose-Stoffwechsel anregt und die Blutzuckerwerte über einen Zeitraum von 72 Stunden ansteigen lassen kann. Wegen der geringen Zahl von Studienteilnehmern und der ungewöhnlichen Verabreichung von Koffein in hohen Einzeldosen, muss man dieses Resultat mit Vorsicht bewerten.
Antwort zu Frage Nr. 4: Wieviel Kaffee sollte man trinken um den schützenden Effekt in Bezug auf Diabetes zu erhalten?
Die Ergebnisse der unterschiedlichen Studien sind nicht immer einheitlich, die meisten Untersuchungen, die sich mit diesem Thema befaßt haben ergaben, dass eine Menge von drei bis vier Tassen pro Tag einen positiven Effekt auf das Risiko, an Diabetes zu erkranken, hat. Dieser Effekt ist umgekehrt proportional zu der Anzahl an Tassen Kaffee, die man pro Tag zu sich nimmt. Das heißt der Effekt nimmt mit zunehmender Menge von Kaffee ab.
Antwort zu Frage Nr. 5: Ich habe gelesen, dass Kaffee den Blutzuckerspiegel bei Diabetespatienten erhöhen kann. Sollte ich dann auf Kaffee verzichten?
Es gibt keinen Nachweis, dass Kaffee einen nachteiligen Effekt bei Diabetespatienten hat. Es gibt voläufige Daten einer Untersuchung, bei der Koffeintabletten verwendet wurden und es wird vermutet, dass unter sehr speziellen Umständen der Blutzuckerspiegel erhöht werden könnte. Diese Studie hat jedoch keine Gültigkeit für Kaffee. Sollten Sie dennoch Zweifel haben, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.
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