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Gesundheit Sonstiges

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Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit und wurde vielleicht gerade deshalb häufig mit unerwünschten Eigenschaften in Verbindung gebracht. Kaffee ist aber deshalb auch eines der am gründlichsten erforschten Lebensmittel weltweit.

Überall auf der Welt beschäftigen sich renommierte Wissenschaftler mit den Inhaltsstoffen von Kaffee und deren Wirkungsweisen auf den menschlichen Organismus. In den meisten Fällen konnten Zusammenhänge zwischen der Entstehung von Krankheiten und Kaffeekonsum ausgeschlossen werden. Im Gegenteil, dazu konnten sogar gesundheitsfördernde Wirkungen von Kaffee festgestellt werden.

Zum Beispiel kommen im Kaffee sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe vor. Sekundäre Pflanzenstoffe sind Stoffe, die in der Pflanze als Farb-, Geschmacks- und Bitterstoffe oder Schutzstoffe vorkommen. Sie schützen die Pflanze beispielsweise vor Pilzen und Bakterien oder vor Fressfeinden. Die Wissenschaft nimmt heute an, dass diese sekundären Pflanzenstoffe auch im menschlichen Stoffwechsel schützende Effekte haben. Es wird davon ausgegangen, dass sie immunstärkend wirken.

Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass Kaffeetrinker offenbar ein geringeres Risiko haben an Krebs zu erkranken. Dies konnte vor allem für die Entstehung von Darmkrebs festgestellt werden. Auf den Darm schützend wirkt sich vermutlich die durch den Kaffee beschleunigte Verdauung aus. Durch die kürzere Verweildauer im Darm haben krebserregende Stoffe weniger Chancen Schaden anzurichten.

Mehrere Studien aus den USA und Norwegen beschäftigten sich mit der Frage, welchen Effekt Kaffee auf die Leberfunktionen hat. Auch hier hat es den Anschein, dass Kaffee eine schützende Wirkung hat. So litten Kaffeetrinker seltener an Leberzirrhose und erhöhter Enzymaktivität. Eine gesteigerte Leberenzymaktivität ist ein Zeichen für eine Schädigung der Leberzellen.

Durch die im Kaffee enthaltenen Stoffe Chlorogensäure, Nikotinsäure und Trigonellin werden Streptokokken im Mund abgetötet, so dass die Entstehung von Plaque und Karies gebremst wird.

Eine Reihe von Studien hat nach Zusammenhängen zwischen dem Kaffeekonsum und der Bildung von Gallensteinen geforscht. Das Ergebnis ist recht Eindeutig: Der Genuss von Kaffee scheint hier einen schützenden Effekt auszuüben, wobei Männer offenbar mehr davon profitieren als Frauen.

Weitere Forschungen in diesen Bereichen sind notwendig, um diese Wirkungen endgültig nachzuweisen. Einen negativen Effekt durch Kaffee kann man aber heute schon eindeutig ausschließen.

Frage 1: Mir wurde empfohlen mehr zu trinken. Kann ich Kaffee zu meiner täglichen Trinkmenge zählen?
Frage 2: Gibt es einen Unterschied der Wikung des Kaffees auf den menschlichen Körper bedingt durch das Brühverfahren? Also z.B.: wirkt Mocca anders als Filterkaffee? Wenn ja wieso?
Frage 3: Hat Kaffee kalorien?
Frage 4: Enthält entkoffeinierter Kaffee giftige Stoffe?
Frage 5: Kann ich mich vor Leberschäden durch Alkohol schützen, indem ich Kaffee trinke?
Frage 6: Ist Kaffee mit Süßstoff ungesund?
Frage 7: Macht Kaffee nach Alkohol wieder nüchtern?
Frage 8: Sollten Sportler auf Kaffee verzichten oder ist er für diese sogar von positiver Bedeutung?


Antwort zu Frage Nr. 1:
Mir wurde empfohlen mehr zu trinken. Kann ich Kaffee zu meiner täglichen Trinkmenge zählen?

Ja, Kaffee kann zur Trinkmenge dazu gezählt werden. Es ist aber nicht zu empfehlen die gesamte Flüssigkeitsaufnahme durch Kaffee zu bestreiten, da das darin enthaltene Koffein einen Effekt auf den Körper ausübt.

Es wurde bis vor kurzem angenommen, dass Kaffee ein "Flüssigkeitsräuber" sei und daher nicht zur Trinkmenge gezählt werden kann. Im Gegenteil, man sollte zu jeder Tasse Kaffee, die gleiche Menge an Wasser zusätzlich zu sich nehmen.

Es wurde nun jedoch nachgewiesen, dass diese Annahme nicht stimmt. Kaffee fördert zwar die Ausscheidung von Flüssigkeit, jedoch wird diese Flüssigkeitsmenge kurzfristig vom Körper wieder ausgeglichen. Der Körper verfügt über einen Flüssigkeitspuffer außerhalb der Zellen. Durch diesen Puffer wird die Flüssigkeitausscheidung ausgeglichen ohne das der Körper einen Flüssigkeitsmangel erleiden kann.

Antwort zu Frage Nr. 2:
Gibt es einen Unterschied der Wikung des Kaffees auf den menschlichen Körper bedingt durch das Brühverfahren? Also z.B.: wirkt Mocca anders als Filterkaffee? Wenn ja wieso?

Welche Substanzen in welchen Mengen in den Kaffeeaufguss übergehen, ist tatsächlich von der Zubereitungsmethode und der Kaffeesorte abhängig. Vor allem durch unterschiedliche Mengen an Koffein, wirken diese verschiedenen Aufgüsse auch unterschiedlich auf den menschlichen Körper. Eine Tasse Kaffee enthält zwischen fünfzig und einhunderzwanzig Miligramm Koffein. Außerdem variiert zum Beispiel der Gehalt an Fettstoffen je nach Zubereitungsmethode.

Bei Filterkaffee gelangen zum Beispiel wenig Fettstoffe in den Kaffee, da größere Moleküle von den Poren des Filters zurückgehalten werden.

Wird das Kaffeemehl direkt in der Kanne aufgebrüht und später durch eine in einen sogenannten Press-Stempel eingebautes Filtersieb gefiltert, bleibt das Kaffeemehl länger in Kontakt mit dem Wasser. Dadurch und durch das gröbere Geflecht des Filters, ist der Kaffee konzentrierter, aromatischer und enthält mehr Fettstoffe.

Noch konzentrierter an gelösten Stoffen und Koffein ist der Kaffee, wenn das Kaffeemehl, wie es im Orient und auch beim türkischen Mokka üblich ist, zusammen mit dem Wasser kurz aufgekocht wird. Anschließend wird der Aufguß lansam in eine Tasse gegossen, wobei der Kaffeesatz möglichst in der Kanne zurück bleiben soll.

Bei Espresso wird das heiße Wasser mit hohem Druck kurz, aber kräftig durch das Kaffeemehl gepresst. Der Kontakt mit dem Kaffeemehl ist wesentlich kürzer, wodurch Espresso weniger Reiz- und Bitterstoffe enthält. Er ist dadurch magenfreundlich und bekömmlich, die aufmunternde Wirkung ist schwächer.



Antwort zu Frage Nr. 3:
Hat Kaffee kalorien?

Nein, Kaffee hat keine Kalorien, sofern man auf Milch und Zucker verzichtet. Die energiereichen Nährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette kommen in dem Getränk praktisch nicht vor.

Löslicher Kaffee enthält einen etwas höheren Anteil an Nährstoffen, die Menge fällt kalorienmäßig jedoch kaum ins Gewicht.

Im Gegenteil, mehrere wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass moderater Kaffeegenuß den Energieumsatz des Körpers sogar steigert. Als Energieumsatz bezeichnet man die Umwandlung von Nahrung in Energie und ihre Nutzung für den Zellstoffwechsel, die Muskelarbeit und das Wachstum. Die daraus resultierende erhöhte Wärmeabgabe steigert den Kalorienverbrauch des Körpers. Was allerdings nicht bedeutet, dass man allein durch das Kaffeetrinken abnehmen kann...

Antwort zu Frage Nr. 4:
Enthält entkoffeinierter Kaffee giftige Stoffe?

Die Verfahren zur Entkoffeinierung wurden intensiven wissenschaftlichen Prüfungen unterzogen. Sie sind gesundheitlich absolut unbedenklich. Es gibt drei verschiedene Methoden Kaffee zu entkoffeinieren: Wasser, Kohlensäure oder organische Extraktionsmittel. Bei keiner dieser Methoden bleiben giftige Stoffe im Kaffee zurück. Die Restmenge an Koffein darf nach der Entkoffeinierung nicht mehr als ein Gramm Koffein pro Kilo Röstkaffee sein.

Als Extraktionsmittel werden Dichlormethan und Ethylacetate eingesetzt, beide Stoffe kommen natürlicher Weise in Früchten, Gemüse und anderen Lebensmitteln vor. Sie haben die Eigenschaft das Koffein selektiv aus der Bohne herauszuholen. Die Extraktion des Koffeins ist kein chemischer Prozess, sondern ein physikalischer Vorgang, bei dem keine chemischen Veränderungen vorkommen. Das Extraktionsmittel nimmt das Koffein aus der Rohbohne auf und wird anschließend entfernt. Die Kaffeebohnen werden getrocknet und sind dann für den Röstprozeß bereit. Sollte ein geringer Anteil an Lösungsmitteln in den Bohnen verbleiben, verdampfen diese bei der Hitzeeinwirkung.

Antwort zu Frage Nr. 5:
Kann ich mich vor Leberschäden durch Alkohol schützen, indem ich Kaffee trinke?

Nein, auch wenn es wissenschaftliche Hinweise gibt, dass Kaffee vor Lebererkrankungen schützt, ist es nicht empfehlenswert Alkohol in großen Mengen zu trinken. Alkoholkonsum birgt viele andere Risiken und kann nicht durch Kaffeekonsum ausgeglichen werden.

Antwort zu Frage Nr. 6:
Ist Kaffee mit Süßstoff ungesund?

Nein, es gibt keinen Hinweis, dass Süßstoff im Kaffee eine negative Wirkung hat. Süßstoffe sind lebensmittelrechtlich zugelassene Zusatzstoffe. Nur gesundheitlich unbedenkliche Stoffe werden für Lebensmittel zugelassen.

Bei einigen Menschen und in höheren Dosen, haben Süßstoffe eine leicht abführende Wirkung.

Antwort zu Frage Nr. 7:
Macht Kaffee nach Alkohol wieder nüchtern?

Nein, diese Annahme ist längst wiederlegt. Auch wenn Alkohol und Kaffee in vielerlei Hinsicht gegensätzliche Substanzen sind, hebt der Kaffee die Wirkung des Alkohols nicht auf. Bei Alkoholkonzentrationen ab einem Promille im Blut, verschlechtert Koffein sogar die Aufmerksamkeit und die Reaktionszeit. Auch wenn man sich nach dem Kaffee munterer und fitter fühlt, ist dies nur eine Täuschung.

Antwort zu Frage Nr. 8:
Sollten Sportler auf Kaffee verzichten oder ist er für diese sogar von positiver Bedeutung?

Nein, Sportler müssen nicht auf Kaffee verzichten. Es ist tatsächlich, wie Sie vermutet haben, in den meisten Fällen sogar von Vorteil.

Schon 1978 hat sich eine erste Studie (Costill, D.L.) mit diesem Thema beschäftigt und konnte feststellen, dass 330 mg Koffein, circa eine Stunde vor einem Training (Fahrradergometer) eingenommen, die Ausdauer signifikant verlängert.

Viele neuere Studien (siehe unten 1, 2 , 3) konnten diesen Effekt bestätigen. Durch Einnahme von Koffein, konnte die Ausdauerleistung um 30 -120 Minuten verlängert werden. Dieses gilt insbesondere für Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Rudern und Tennis. Bei kurzer Belastung, mit hoher Intensität, war der Effekt weniger deutlich.

Aufgrund dieser Ergebnisse hat das Olympische Komitee (IOC) im Januar 2001 Kaffee bzw. Koffein von der Liste verbotener Substanzen gestrichen.

Früher hat man aufgrund der harntreibenden Wirkung von Koffein davon aberaten, vor dem Sport Kaffee oder Tee zu trinken, jedoch konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass der harntreibende Effekt wesentlich geringer ist als angenommen. Viel zu trinken ist natürlich bei sportlicher Leistung sehr wichtig, jedoch ist auch dieses kein Grund auf Kaffee vor dem Sport zu verzichten.

(1: Graham, T.E., Sports Medicine, 2001)

(2: Bruce, C.R. et al, Medicine and Science in Sports and Exercise, 2000)

(3: Anderson, M.E. et al, International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 2000)


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