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Geschichte

Kaffee in Deutschland

Deutschland wird zum Kaffeeland

 

119_1769_friedrich_neuFriedrich der Große erkannte den Wert des Kaffeegeschäftes und reglementierte dieses in Deutschland ab 1780 streng. Bis zu seinem Tode 1797 gab es einen Brennzwang, was bedeutet, dass nur staatliche Röstereien den Kaffee rösten durften. In diesem Staatsmonopol wurden sogar sogenannte "Kaffeeschnüffler" eingesetzt, die durch den charakteristischen Geruch des Kaffees "schwarze Schafe" entlarven sollten.

Mit dem Beginn der Industrialisierung wurde der Kaffee ein Getränk für die gesamte Bevölkerung. Zunächst konnten es sich lediglich wohlhabende Bürger leisten. Später tranken auch ärmere Schichten Kaffee, allerdings aus anderen Gründen als ihre reichen Mitbürger. Kaffee wurde nämlich für das breite Volk eine Art Nahrungsersatz. Den ganzen Tag über köchelte eine Kaffeesuppe auf dem Herd, in die Brotbrocken eingeweicht wurden. Diese Suppe hielt die Menschen warm, ließ den Hunger verschwinden und hielt wach. Fabrikarbeiter tranken Kaffee, um ihre Konzentration zu stärken.

Um das Jahr 1850 ist Kaffee endgültig zum Volksgetränk geworden.

125_kaffeenostalgie1901 erfand der Japaner Dr. Sartori Kato den löslichen Kaffee, der 1938 von der Firma Nestlé vermarktet und vertrieben wird und so auch nach Deutschland gelangte. 1905 gelang es dem Bremer Ludwig Roselius, dem Kaffee das Koffein zu entziehen. Als erster entkoffeinierter Kaffee kommt „Kaffee HAG“ auf den Markt. 1908 erfand die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz den Kaffeefilter, der bis heute in vielen Haushalten im Einsatz ist.

Begleitet wurde die Entwicklung des Kaffees durch Phasen der Überproduktion, Weltwirtschaftskrise, Konsumrückgängen während der beiden Weltkriege und der Schaffung von weltweiten Abkommen. In Deutschland wurde Kaffee nach dem Ende des II. Weltkrieges zu einem Symbol für Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. Kaffeetrinken hieß, sich wieder etwas leisten zu können.

Heute ist Kaffee nicht nur ein wichtiges Handelsgut für Deutschland, sondern auch das Lieblingsgetränk der Deutschen: Rund 150 Liter trinken die Bundesbürger im Durchschnitt – und somit mehr als Wasser oder Bier. Zudem ist Deutschland Weltmeister in der Entkoffeinierung.

 

 

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